Gewerbesteuer München: Hebesatz 490 % und was er kostet
Die Stadt München erhebt die Gewerbesteuer mit einem Hebesatz von 490 %. Hier sehen Sie, wie sich die Steuer berechnet, was sie bei typischen Gewinnen ausmacht und wie das Münchner Umland im Vergleich liegt.
Hebesatz München: 490 %
Die Gewerbesteuer ist eine Gemeindesteuer. Jede Gemeinde legt mit dem Hebesatz selbst fest, wie hoch sie ausfällt. Die Landeshauptstadt München liegt bei 490 %. Die 29 Gemeinden im Landkreis München verlangen zwischen 230 und 360 %, also durchweg deutlich weniger.
Ab dem Erhebungszeitraum 2027 gilt bundesweit ein Mindesthebesatz von 280 %. Für München ändert das nichts, weil der Münchner Satz weit darüber liegt. Ob der Stadtrat den Hebesatz selbst ändert, ist eine eigene Entscheidung der Stadt.
Wer nach „Hebesatz München“ sucht, meint manchmal die Grundsteuer. Dafür setzt die Stadt einen eigenen, anderen Hebesatz fest. Dieser Beitrag behandelt nur die Gewerbesteuer.
Gewerbesteuer in München berechnen
Die Rechnung hat drei Schritte: Der Gewerbeertrag wird auf volle 100 € abgerundet, bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften um einen Freibetrag von 24.500 € gekürzt und mit der Steuermesszahl von 3,5 % multipliziert. Das ergibt den Gewerbesteuer-Messbetrag. Darauf wendet die Stadt ihren Hebesatz an.
Für eine GmbH oder UG (kein Freibetrag) ergeben sich diese Beträge, im Vergleich mit Taufkirchen ab 2027 (280 %):
| Gewerbeertrag | München (490 %) | Taufkirchen 2027 (280 %) | Unterschied pro Jahr |
|---|---|---|---|
| 50.000 € | 8.575 € | 4.900 € | 3.675 € |
| 100.000 € | 17.150 € | 9.800 € | 7.350 € |
| 250.000 € | 42.875 € | 24.500 € | 18.375 € |
| 500.000 € | 85.750 € | 49.000 € | 36.750 € |
Vereinfachte Rechnung ohne Hinzurechnungen und Kürzungen. Mit eigenen Zahlen und allen 29 Gemeinden rechnet der Gewerbesteuer-Rechner im Hebesatz-Vergleich.
Einzelunternehmen: Freibetrag und Anrechnung
Für Einzelunternehmen und Personengesellschaften wirkt der hohe Münchner Hebesatz weniger stark. Neben dem Freibetrag von 24.500 € wird die Gewerbesteuer auf die Einkommensteuer angerechnet, und zwar bis zum Vierfachen des Messbetrags (§ 35 EStG). Das entspricht einem Hebesatz von 400 %. Was darüber liegt, bleibt als echte Belastung.
| Einzelunternehmen, 80.000 € Gewerbeertrag | München | Taufkirchen 2027 |
|---|---|---|
| Gewerbesteuer | 9.518 € | 5.439 € |
| Anrechnung auf die Einkommensteuer (höchstens) | 7.770 € | 5.439 € |
| Verbleibende Mehrbelastung, vereinfacht | 1.748 € | 0 € |
Vereinfacht: Die Anrechnung ist zusätzlich auf die tatsächlich gezahlte Gewerbesteuer und die anteilige Einkommensteuer begrenzt. Wie viel in Ihrem Fall ankommt, rechnet Ihre Steuerberatung.
Vergleich: München und das Umland
Im Landkreis München liegen alle Gemeinden unter dem Münchner Satz, ab 2027 mindestens bei 280 %. Für eine GmbH mit 100.000 € Gewerbeertrag sind das 7.350 € weniger Gewerbesteuer im Jahr als in München, wenn sie ihre Betriebsstätte in einer Gemeinde mit 280 % hat.
- Stadt München
Hebesatz 490 %. Zentral für Kunden, aber ein höherer Hebesatz als in jeder Gemeinde des Landkreises.
- Landkreis München
Hebesätze von 230 bis 360 %, ab 2027 mindestens 280 %. Viele Gemeinden mit S-Bahn-Anschluss in die Stadt.
- Taufkirchen
Hebesatz 250 %, ab 2027 280 %. S-Bahn nach München, Büros, Schreibtische und Firmenadresse an einem Ort.
Wann die Münchner Gewerbesteuer anfällt
Gewerbesteuer zahlt ein Unternehmen dort, wo es eine Betriebsstätte hat, also eine feste Geschäftseinrichtung, in der tatsächlich gearbeitet wird. Die Anschrift im Handelsregister allein entscheidet das nicht.
Arbeiten Geschäftsführung oder Beschäftigte weiter in München, bleibt dort eine Betriebsstätte. Bei mehreren Betriebsstätten teilt das Finanzamt den Messbetrag nach den Arbeitslöhnen auf (Gewerbesteuer-Zerlegung). Wer verlegen will, verlegt deshalb auch die Arbeit, nicht nur die Adresse. Klären Sie das mit Ihrer Steuerberatung.
Bescheid und Vorauszahlungen
Das Finanzamt setzt den Messbetrag fest. Den Gewerbesteuerbescheid erlässt dann die Stadt München. Während des Jahres zahlen Unternehmen in der Regel Vorauszahlungen zum 15. Februar, 15. Mai, 15. August und 15. November (§ 19 GewStG). Die Höhe richtet sich nach der letzten Veranlagung.
- 1Steuererklärung
Das Unternehmen reicht die Gewerbesteuererklärung beim Finanzamt ein.
- 2Messbescheid
Das Finanzamt setzt den Messbetrag fest und meldet ihn der Gemeinde.
- 3Gewerbesteuerbescheid
Die Stadt wendet ihren Hebesatz an und setzt Steuer und Vorauszahlungen fest.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Gewerbesteuer-Hebesatz in München?
Die Stadt München erhebt die Gewerbesteuer mit einem Hebesatz von 490 %.
Ändert sich der Münchner Hebesatz 2027?
Der neue Mindesthebesatz von 280 % betrifft nur Gemeinden, die darunter liegen. München liegt mit 490 % weit darüber. Ob die Stadt ihren Satz ändert, entscheidet der Stadtrat.
Wie viel Gewerbesteuer zahlt eine GmbH in München?
Vereinfacht 3,5 % des Gewerbeertrags mal 490 %, also rund 17,15 % des Gewerbeertrags. Bei 100.000 € sind das 17.150 €.
Ist der Gewerbesteuer-Hebesatz derselbe wie bei der Grundsteuer?
Nein. Für die Grundsteuer setzt die Stadt einen eigenen Hebesatz fest.
Spart ein Firmensitz im Umland Gewerbesteuer?
Nur wenn dort auch eine Betriebsstätte besteht, also tatsächlich gearbeitet und geleitet wird. Eine reine Adresse genügt nicht.
Zuletzt geprüft: 4. Oktober 2026. Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung; im Einzelfall klären Sie die Details mit Notar, Steuerberatung oder Anwaltschaft.
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